Ergebnisse der Online-Befragung von Menschen mit Behinderungen zum Thema KI

27.05.2021 | Neuigkeiten

Im Zeitraum von August bis Oktober 2020 wurde in den KI.ASSIST Lern- und Experimentierräumen (LER) eine Online-Befragung von Menschen mit Behinderungen zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Insgesamt konnten bei der Online-Befragung 540 Teilnehmende aus neun verschiedenen Einrichtungen der Berufsförderungswerke, Berufsbildungswerke und Werkstätten für behinderte Menschen erreicht werden.

Ein Ziel der Online-Befragung war es unter anderem, mehr über die Akzeptanz von KI-basierten Assistenzsystemen bei Menschen mit Behinderung zu erfahren. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die von uns Befragten gegenüber den Veränderungen der Arbeitswelt durch den Einsatz von KI grundsätzlich sehr aufgeschlossen sind. 83 % der Befragten sehen die Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung von KI-Technologien ergeben und gaben an, dass Künstliche Intelligenz sich eher gut auf Ihre Arbeit auswirken wird. Fast alle Befragten (91 %) können sich deshalb auch grundsätzlich vorstellen in Zukunft beim Arbeiten durch KI unterstützt zu werden.

Und was glauben Sie? Wird sich Künstliche Intelligenz auf Ihre Arbeit eher positiv (gut) oder eher negativ (schlecht) auswirken? Nehmen Sie gerne an unserer Kurzumfrage zu Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt teil.

Hier geht es zur Kurzumfrage.

Ein weiterer Schwerpunkt der Online-Befragung lag auf der Bedeutung von Künstlicher Intelligenz im Kontext von beruflicher Rehabilitation und Arbeit. Die Teilnehmenden wurden so zum Beispiel gefragt, was ihnen besonders wichtig bei der Einführung von neuen Technologien in ihrer Einrichtung wäre. Dabei zeigte sich, dass den Befragten besonders die Unterstützung durch KI wichtig ist. 66 % gaben an, dass die Technologie die Arbeit leichter machen soll. Schwerpunkte lagen auch beim Thema Datenschutz und Datensouveränität. 59 % der Befragten ist es besonders wichtig, zu wissen, welche Daten von der Technologie gespeichert werden und was im weiteren Verlauf mit den Daten passiert. Außerdem möchten 56 % der Befragten selbst entscheiden, welche Daten die Technologie bekommt.  Ein weiter Fokus lag beim Thema Funktionalität, denn 58 % der Befragten war es ebenfalls besonders wichtig, dass die Technologie fehlerfrei funktioniert.

Eine besondere Offenheit gegenüber der Nutzung von KI-Technologien im Kontext der beruflichen Rehabilitation bestand gegenüber Technologien, deren Aufgabe in der Erklärung und Anleitung oder Unterstützung bei schweren körperlichen Aufgaben besteht. Rund drei Viertel der Befragten können sich vorstellen diese Technologien für diese Zwecke zu Nutzen. Weitaus weniger Akzeptanz fand sich beim Einsatz von KI zum Erkennen von Gefühlen. Hier konnten sich nur 46% vorstellen, die Technologie dafür zu nutzen und fast ein Viertel schloss dies gänzlich aus.

Anhand vorgestellter Beispieltechnologien wurden die Teilnehmenden auch nach ihren Bedenken hinsichtlich der Nutzung von KI gefragt. Diese zeigen sich besonders im Hinblick auf das Thema Datenschutz: „Übertragung sensibler Daten“ oder auch „Überwachung und Leistungsdruck“ durch den Einsatz von KI wurden hier geäußert. Auch die Abhängigkeit von der Technologie wurde thematisiert. So könne sich beispielsweise ein „Gewöhnungseffekt“ einstellen und es bestünde die Gefahr, durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz „unselbstständig zu werden“.

Alles in allem sticht bei der Online-Befragung jedoch besonders die große Aufgeschlossenheit gegenüber dem Einsatz von KI in der Arbeitswelt hervor. Dies könnte darin liegen, dass sich der Großteil der Befragten (rund zwei Drittel) bereits mit dem Thema KI auseinandergesetzt hat. Nur in etwa 10 % konnten sich unter Künstlicher Intelligenz nichts vorstellen.

 

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